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Archiv: No_Blog Beiträge

’39 – BFK-Impuls 6: Kraft und Stabilität von Großzehengrundballen + kleinen Zehen

Bitte lies das INTRO aus ’34 zuerst.

Dann komme ins Stehen, die Füße hüftschmal auf dem Boden.
Stell dir vor, deine Großzehengrundgelenke sinken zwei cm in einen warmen, weichen, stabilen Boden ein. Stelle dir vor, wie ein Bodenanker deine beiden Großzehengrundgelenke dort hält.


Was hat sich in dir verändert, nachdem du die Großzehengrundgelenke im Boden hast einsinken lassen?Was, nachdem du die eingesunkenen Großzehengrundgelenke zusätzlich verankert hast?
Wie fühlt es sich in deinem ganzen Körper an?


Bleibe stehen mit den verankerten Großzehengrundgelenken.
Lasse nun zusätzlich deine kleinen Zehen wie Seitenausleger nach rechts und links in den Boden sinken.
Was ist in dem Fußgewölbe eines Fußes passiert?


Was passierte und passiert in deinen Beinen und im Beckenboden?
Könntest du so lange stehen? Fühlt es sich entspannt an?
Wenn nicht, lasse die Muskulatur in Wade und Oberschenkel los.


Beginne nun zu laufen.
Jedes Mal, wenn ein Großzehengrundgelenk den Boden berührt, lass es einsinken und sich verankern. Beim Abrollen löse den Anker und den Seitableger.


Sobald im anderen Fuß das Großzehengrundgelenk Bodenkontakt hat, einsinken und verankern.
Vergiss bitte auch die Seitableger, also die kleine Zehe, nicht.
Wie fühlt sich das Laufen an?


Wie fühlt sich dein Gang an?
Wie stabil ist dein Gang?
Wie hoch ist der Kraftaufwand beim Laufen?


Gern kannst du diese Art des Stehens und Laufens im Alltag verwenden.
Wer mag, kann natürlich den Raum hinter der Stirn noch mit dazu nehmen.
Viel Vergnügen. Bringt eure Fragen und Wow-Effekte wie immer zur nächsten Einheit mit!

BFK – Bewegungsforschungskollektiv

© Grit Silke Thieme

’38 – BFK-Impuls 5: Beckenrotatoren + Raum hinter der Stirn = präsentes Gehen, Laufen

Bitte lies das INTRO aus ’34 zuerst.

Präsentes, alltägliches Gehen und Unterwegsein.
Gern mit Frosch-Hand-/Fußqualität
Erinnere dich kurz an die typischen Qualitäten unseres Arbeitens.


Stehe und habe die Beine beckenschmal unter dir stehen. Versuche die Knöchel genau unter deinen Hüftgelenken zu positionieren. Erinnere dich, wo wir die Hüftgelenke verortet haben. Die Schultern, Arme und Hände ruhen sich einfach auf den Rippen hängend aus.


Jetzt mache die beschriebene Art der „Kniebeuge“ – aus den Beckenrotatoren. Zur Erinnerung:
Im Gegensatz zur faszialen Kuh-Katze-Bewegung bleiben die Rotatoren immer ein wenig aktiv und es geht um deren Spannungsregulation auf dem Weg nach oben und unten!


Mach dies ca. fünfmal – gern auch zu Beginn einseitig rechts und dann laufe ein paar Schritte – ehe die andere Seite folgt.
Nach beiden Seiten: Spüre nach, wie du jetzt läufst, dich durch den Raum bewegst. Dir Raum nimmst!
Genieße es. Mache eine kurze Pause.


Starte erneut mit einigen „Beckenrotatoren-Kniebeugen“ und beginne wieder langsam zu laufen.
Setze nun den berühmt-berüchtigten „Raum hinter der Stirn“ on top.
Balanciere diesen Raum aus den Beckenrotatoren. Lass dabei den Nacken und die Arme locker!
Genieße das Flow-Gefühl.


Wenn du Sicherheit beim langsamen Gehen hast –
versuche, Schritt für Schritt auf dein persönliches Alltagstempo zu gelangen.
Vergiss das Pausemachen nicht.


Freue dich an der entstandenen Leichtigkeit und deiner wachen Präsenz!
Ich freu mich über deine Ent-wicklung!
Gern jeden Tag neu.


BFK – Bewegungsforschungskollektiv

© Grit Silke Thieme

’37 – BFK-Impuls 4: Hinter-Grundwissen: neue Neuroarchitektur bilden

Bitte lies das INTRO aus ’34 zuerst.

Heute gibt es den Sachverhalt als Flipchart. Ihr könnt eure Augen gern kreuz und quer unterwegs sein lassen. Durch die Pfeile ist die generelle Führung gegeben. Ich freu mich auf euch und eure Fragen zum nächsten Termin!

Wer die Ansicht größer haben möchte: Strg-Taste + am Mausrad scrollen.

BFK – Bewegungsforschungskollektiv

© Grit Silke Thieme

’36 – BFK-Impuls 3: Die Heuschrecke

Bitte lies das INTRO aus ’34 zuerst.

Die Heuschrecke – gern mit Froschfüßen und -händen

Gern kannst du die Froschfußqualität mit einfließen lassen. Die Hände erlernen diese Qualität heute.
Erinnere dich kurz an die typischen Qualitäten unseres Arbeitens und beginne:


Begib dich in Bauchlage, deine Hände lege neben die Schultern, die Handflächen nach unten.
Es sollte bequem für dich sein.
Lande in Ruhe in dieser Lage. Sortiere dich.


Nun drücke aus den Händen den Oberkörper nach oben.
Präge dir diese Wahrnehmung ein. Wie fühlt sich der Bewegungsablauf an?
Lege den Oberkörper wieder ab – diese erste Variante wollen wir heute nicht.
Die erinnert an Sport, da ist das richtig.


Jetzt bringe Kraft in die Wirbelsäule und bringe ohne Handkraft den Oberkörper nach oben.
Präge dir diese Wahrnehmung ein. Wie fühlt sich der Bewegungsablauf an?
Lege den Oberkörper wieder ab – auch diese zweite Variante wollen wir heute nicht.
Das ist eher Yoga oder Pilates – auch hier nicht gewünscht.


Jetzt bringe eine Handfläche in aktiven Kontakt mit dem Boden und spüre, wie der Unterarm bis zum Ellenbogen reagieren will.
Lass die Schulter passiv. Versuche es, bis es klappt, mit der passiven Schulter. Gehe dann erst weiter.
Versuche es nicht zu machen. Suche den Impuls, der den Ellenbogen freigibt. Gehe noch nicht in den Oberarm.


Zunehmender Druck der Handfläche in den Boden sollte dann deinen Ellenbogen aufsteigen lassen.
Die Schulter bleibt passiv! Darf mit passiver, lockerer Bewegung reagieren.
Das Resultat nach einigem geduldigen Üben: Hand und Schulter sind auf dem Boden, der Ellenbogen ist über eine Halbkreisbewegung nach oben gekommen, steht irgendwann senkrecht zur Decke.


Kannst du den Unterschied zu den beiden anderen Varianten spüren?
Fühlst du deinen Heuschreckenarm?
Wie fühlt es sich im ganzen Körper an?


Kannst du dich dann über die 3 offen, beweglichen Gelenke: Handgelenk, Ellenbogen und Schultergelenk auf der einen Seite nach oben arbeiten? Ohne dass ein Gelenk fest wird?
Gern mit oder aus der Froschhand!


Kannst du wahrnehmen: Vordergründig ist da keine Muskelaktivität, keine Muskelanspannung.
Nur der Faszienzug der beanspruchten Faszienkette, die in den ganzen Körper arbeitet.
Bis wohin? Zu den Rippen? Bis zur Hüfte? Durch die Hüfte hindurch?


Pausiere und fühle: Wie ist der Arm jetzt? Ist er angespannter? Lockerer?
Wie ist der Übergang von der Schulter zum Kopf?
Kannst du den Unterschied zu Variante 1 und 2 vom Beginn des Experiments erfassen?


Schau innerlich noch mal in deinen Arm (und die Schulter).
Nimm die Qualität wahr.
Wie fühlt er sich jetzt an?


Stehe langsam, wirklich langsam auf und achte darauf, sicher zu stehen.
Wie fühlt sich dein Arm/Oberkörper/Kopf/Rücken/Stehen jetzt an?
Wenn du dich gut organisiert und sicher fühlst, beginne vorsichtig zu laufen.


Wie fühlt sich dein Laufen an?
Wie lang sind deine Arme? Wie lang ist dein Hals? Wo sind die Schulterblätter? Wo ist der Kopf?
Wie ist dein Atem?
Vergleiche jeweils rechts und links – vorn und hinten.
Welche Unterschiede bemerkst du zu vor dem Experiment?


Je nach deiner Routine mit solchen Experimenten ist von ‚wie immer‘ bis ‚Hang-Huhn‘ jede Option möglich. Und es ist völlig in Ordnung, wenn es für dich keinen Unterschied gibt!
Jetzt ist der andere Arm dran: Starte bitte oben neu!


Wenn du beide Arme schon gearbeitet hast:
Erinnere dich, wie hat sich dein Schultergürtel, dein Kopf, dein Oberkörper –
dein Gang und deine Aufrichtung am Anfang der Stunde angefühlt?
Wie ist es jetzt?
Wie geht es dir jetzt? Was macht dein Atem?
Spürtst du mehr Präsenz? Spürtst du deine Ausdruckskraft?


Nimm den Zettel und Stift, schreibe, zeichne, skizziere deinen Aha-Effekt.
Hat sich was verändert?
Wenn ja, was ist das Beeindruckendste für dich dabei?


Experimentiere das gern jeden Tag einige Minuten neu.

BFK – Bewegungsforschungskollektiv

© Grit Silke Thieme

’35 – BFK-Impuls 2: Der Kran

Bitte lies das INTRO aus ’34 zuerst.

Der Kran – gern mit Froschfüßen (aus ’34)

Dieser Impuls nutzt das ganze Bein. Gern dürfen die Frosch-Fußqualitäten aus ’34 einfließen.
Bitte erinnere dich kurz an die typischen Qualitäten des Expertimentierens und beginne:


Begib dich in Rückenlage, stelle die Beine an.
Bewege die Füße so nah wie möglich an den Po – es sollte aber bequem für dich sein.
Je näher die Füße am Po sind, desto leichter reagiert dein Körper.
Lande in Ruhe in dieser Lage. Sortiere dich.


Bitte lauf ein paar Schritte und spüre, wie sich dein Laufen anfühlt.
Präge dir diese Wahrnehmung ein.
Achte besonders auf deine Füße, Knie und das Becken sowie den Gesamteindruck.


Danach starte mit einem Bein. Das andere Bein wird später genau diesen Ablauf auch durchlaufen.
Sofern es während der Übung unangenehm für das andere Bein wird, starte sofort oben neu mit dem anderen Bein.


Lasse den Fuß breit und weich werden, gib dir Zeit dabei, lass den Fuß fließen.
Du darfst mit den Zehen wackeln, darfst sie strecken, jede einzeln oder als Gruppe(n).
Wenn das Bein eine andere Position will, gib dem nach und bleibe dabei in den Füßen.


Spüre, wie das Gewicht der Wade in den Knöchel sinkt.
Was tut dein Knöchel? Kannst du wahrnehmen, wie der Knöchel nachgibt? Weicher wird?
Wie der Fuß mehr Gewicht bekommt?


Wie fühlt es sich im ganzen Körper an?
Wie geht es deinem Oberschenkel in diesem Bein?
Wie der Hüfte?


Kannst du das angestellte Knie wie eine alte TV-Radioantenne nach schräg vorn und oben, in Verlängerung des Oberschenkels, hinausschieben?
Dabei die Hüfte auf dem Boden liegen lassen? Also nicht aus Hüftaktivität das Knie hochschieben?


Lass die Hüfte am Boden und lass das Knie über die Faszie die Hüfte anheben.
Keine Muskelaktivität. Keine Muskelanspannung.
Faszienzug, der aus dem Knie durch den Oberschenkel in den ganzen Körper arbeitet.


Pausiere und fühle: Wie ist das Bein jetzt? Ist es angespannter? Lockerer?
Spüre vom Fuß ins ganze Bein und die Hüfte.
Fortgeschrittene: Seid ihr im Kopf angekommen? Wer hat wo nicht mitgemacht? Gab es Umwege?


Schau innerlich nochmal zum Fuß.
Nimm seine Qualität wahr.
Wie fühlt er sich jetzt an?


Stehe langsam, wirklich langsam auf und achte darauf, sicher zu stehen.
Wie fühlt sich dein Stehen jetzt an?
Wenn du dich gut organisiert und sicher fühlst, beginne vorsichtig zu laufen.


Wie fühlt sich dein Laufen an?
Was ist passiert?
Welche Unterschiede bemerkst du zu vor dem Experiment?


Je nach deiner Routine mit solchen Expertimenten ist von ‚wie immer‘ bis ‚Hang-Huhn‘ jede Option möglich. Und es ist völlig in Ordnung, wenn es für dich keinen Unterschied gibt!
Jetzt ist das andere Bein dran: Starte bitte oben neu!


Wenn du beide Beine schon gearbeitet hast:
Erinnere dich, wie haben sich deine Füße, dein Gang, deine Aufrichtung am Anfang angefühlt?
Wie ist es jetzt?
Wie geht es dir jetzt?


Nimm den Zettel und Stift, schreibe, zeichne, skizziere deinen Aha-Effekt.
Hat sich was verändert?
Wenn ja, was ist das Beeindruckendste für dich dabei?


Expertimentiere das gern jeden Tag einige Minuten. Du wirst staunen!


BFK – Bewegungsforschungskollektiv

© Grit Silke Thieme

’34 – BFK-Impuls 1: Der Froschfuß

INTRO:
Alle folgenden Expertimente dienen der „Körper-Bildung“ und Ausdruckskraft.
Du wirst dein bisheriges Wissen, wie dein Körper funktioniert und sich bewegt, praktisch an dir selbst überprüfen. Unglaubliche Dinge werden sich dir aufzeigen und für tiefes Staunen und zunehmend für neue Denk- und Handlungsmuster sorgen.

Die Beschreibungen sind nicht für alleiniges Neueinsteigen gedacht und geeignet – sie sind nur kurze Erinnerungen für die Teilnehmer eines BFK-Impulses.

Die Expertimente bauen aufeinander auf. Es wäre durchaus angebracht, das jeweilige Expertiment in den folgenden Tagen und Wochen bis zum nächsten Impuls zu vertiefen. Am besten immer mal wieder in den Alltag einbauen. Das öffnet deine Wahrnehmung für das, was sich in dir spannt, und das, was loslässt. Und du hast natürlich den tollen Effekt des Loslassens, kannst diesen von Mal zu Mal besser wahrnehmen und tiefer auskosten. Den Effekt kannst du noch intensivieren, wenn du wirklich erst die eine Körperseite arbeitest und danach in Ruhe und im Gehen von ein paar Schritten im Raum nachwirken lässt und dann erst die andere Seite. Du wirst staunen, welche Ausdruckskraft du durch das Im-Körper-Erkennen und Loslassen deiner alten Muster erreichen kannst!

INTRO Ende.

Bitte lege dir 2 oder 3 Walnüsse bereit.

Erinnere dich an die Qualitäten des Arbeitens:
1. Umschließen der Nuss und daraufhin haptisch mit der Zehe die Oberfläche der Nuss ertasten. Ist da die dicke Wulst wahrnehmbar?
2. Zehe nach vorn tropfen lassen.
3. Zehe einzeln – so gut es geht – einen Millimeter hin und her, vor und zurück auf der Nuss bewegen.
4. Andere Zehen so gut es geht einfach seinzulassen – weder gegenspannen noch entspannen.
Schaut, was beim Länge-im-Zeh-Bekommen in der Wade, im Oberschenkel, im Beckenboden, im Hals und Kiefer passiert.
Es ist völlig ok, wenn du meintst, da passiert nichts – du kannst es vielleicht noch nicht wahrnehmen, es passiert trotzdem.
5. Aufspannen des Froschfußes – wie fühlt es sich im Fuß an? Was passiert? Hat der Knöchel was davon? Wer noch im Körper hat noch was davon? Kann du dich losgelassen auf ein funktionierendes, vom Fuß aus angesprochenes fasziales System einlassen?

Erinnert euch an das: Spürt nach der Übung in euren Körper, nehmt wahr, was ihr spürt:
Typischerweise schaut ihr zuerst: Wo tut es noch weh? Wo tut es jetzt neu weh? Wie tut es weh? Das interessiert den Mediziner und Physiotherapeuten, uns hier jedoch gar nicht!
Schaue: Wie stehe ich jetzt? Wenn ich gehe – Ist etwas an Bewegungsradius dazugekommen? Im Fuß? Im Knie? In den Hüften? Wie hat sich die Bewegungsqualität verändert – weicher/fester, lockerer/gehaltener, gerader/versetzter, durchfließender/dichter? In den gearbeiteten Körperstellen und dann immer weiter schauend, bis zum ganzen Körper, bis hin zu deiner Bewegung im Raum. Nimmst du dir jetzt mehr Raum? Füllst du ihn? Wie wirst du jetzt von anderen wahrganommen?

Wenn du „nur“ schaust ob die alten Befindlichkeiten noch da sind, gehen dir ganz viele Nebeninformationen verloren, da du immer weißt, was du suchst. – So kannst du viele schöne und neue Wahrnehmungsleitungen um die Baustelle herum gar nicht wahrnehmen, nutzen. Wenn aber rund um die Baustelle herum wieder mehr los ist, wird automatisch in der Baustelle weniger Betrieb sein. Oder?
Erinnere dich, wie haben sich deine Füße, dein Gang und deine Aufrichtung am Ende der Impulseinheit angefühlt? Wie zu Beginn?
Experimentiere gern jeden Tag neu! Viel Vergnügen dabei wünsche ich dir von ganzem Herzen.

BFK – Bewegungsforschungskollektiv

© Grit Silke Thieme