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Archiv: No_Blog Beiträge

# 57 – Finally … kommt Post bei Anmeldung zur ‘Happy Post’

Meine Entscheidung ist gefallen!
Quartalsweiser Newsletter als ‚Happy Post‘;
mit verschiedenen Themenkapiteln zur schnellen Orientierung;
zusätzlich eine angehängte Datei mit einem von mir gesprochenen Beitrag für eure Ohren;
ab Dezember;

Wie von euch vielfach gewünscht, werdet ihr öfter einzelne vorgelesene Stellen aus meinen Büchern hören – mit spannenden Hintergrundinformationen …

… zur grundlegenden Thematik der Körperromanserie, den typischen hirn-, herz- und körperlastigen Reaktionsmustern der drei Charaktere Tom, Einstein, Yve

… wie sie ihre bevorzugten Muster erkannten und sich auf die ‚Schliche‘ kommen

… wie sie lernen, mit zunehmender Leichtigkeit und wachsender innerer Zufriedenheit durchs Leben zu floaten

… was das alles mit der alltäglichen Wirkung der ‚Polyvagal-Theorie‘ in uns zu tun hat und dass diese gar nicht so kompliziert ist, wie sie in vielen Fachbüchern mit Fachsprache dargestellt wird
(Stephen Porges selbst spricht auch mit sehr einfachen Worten über die Fakten, jedoch erfordern die wissenschaftlichen Publikationen dann die Fachsprache der Wissenschaftlichkeit und die Bildung einer tragenden Theorie.)


+ natürlich wird es immer einen kurzen Hinweis zur Anwendung der einzelnen Powertools meiner drei Helden geben:

aus dem Auftaktbuch / ‚Bewegungsfreu(n)de‘, in dem alle drei ihr Standard-Tool geschildert haben:
der fasziale Sonnengruß zum morgendlichen Energiebündeln – von Yve;
die Erfolgsformel für Zielstrebigkeit bei einem dir wichtigen Thema – von Tom;
die Schnell-Runterfahr-Box-Atmung – von Einstein;

aus dem zweiten Buch / Yves Körperglück:
der fasziale Mondgruß zum abendlichen Energierunterfahren für erholsamen Schlaf

aus dem dritten Buch / Toms Hirn …

… mehr wird noch nicht verraten, aber natürlich gibt es in Buch 3–5 das passende Tool zur Veränderungsunterstützung


Ich danke euch herzlich für die Rückmeldungen zu meinen Fragen im No-Blog #56!
Ich freue mich, euch Anfang Dezember die erste ‚Happy Post‘ zu senden – immer eine Einladung, in euch selbst zu schauen, während ihr den Helden Yve, Tom und Einstein ‚zuschaut‘.

Bleib’ natürlich,
Deine Silke

PS: Anmelden für die ‚Happy Post‘ geht nur über eine E-Mail an mich. Abmelden ist jederzeit möglich, mit einer erneuten E-Mail an mich (beides siehe Kontakt).

© Grit Silke Thieme – the happy body

# 56 – Eine Frage an euch …

Seit Längerem wird immer wieder der Wunsch nach einem Podcast an mich herangetragen – es wäre viel toller, den No-Blog und weitere Gedanken von mir zu hören, als zu lesen.
Auch besteht der Wunsch nach einem Newsletter, der an die aktuellen Impulstage und Klubber-Aktivitäten erinnert oder auch generell meine guten Gedanken verbreitet.

Ich freue mich über euer Interesse und den Wunsch nach mehr, kann jedoch nicht alle Kanäle befüllen. Klar gesagt: Nicht alles ist machbar.

Lasst uns zusammen den Fokus für eine Umstellung finden und gebt mir bitte genauer, womit ich euch unterstützen kann: Monatlich? Quartalsweise? Gespochene Audiodatei statt Schriftform? Lieber Schriftform?
Was feststeht: Es wird nicht frei zugänglich auf der Website verfügbar sein – ihr müsst euch, wie bei einem Newsletter, aktiv anmelden und erhaltet dann individuell E-Post/Zugang.

Schreibt, sagt, steckt es mir in den nächsten vier Wochen, was ihr euch konkret wünscht!
Die Auswertung und die daraus entstehenden Konsequenzen lest ihr hier nächsten Monat.

Undnoch eine Frage: Ist euch klar, wovon ihr mehr wollt?
In meiner Arbeit, meinem Schreiben und eventuellen sprachlichen Ergüssen oder einem Newsletter geht es letztendlich immer um die Fragen:
Tust du es oder bist du es?
Mit und aus welchen Mustern – aus welchem inneren Zustand – agierst und reagierst du im Leben?
Ohne dies zu beurteilen, stehen immer die Fragen im Raum: Bist du damit happy? Ist dein Body damit happy?
Bei auch nur einem ‘nein’: Bist du bereit dran zu arbeiten?

Mit neuen ‚Ergüssen‘ – in einer noch zu findenen Art – wird es wie mit meinen Büchern:

Das Wichtige steht nicht darin, es verbirgt sich in deinem Leben – nicht in den ‚Episoden‘ aus Yves, Toms und Einsteins Leben.

Die drei stehen nur beispielhaft für die Art und Weise typischer Aktion und Reaktion ‘irgendeinem ganz normalen’ Lebensalltag.

Yve: eher körperbezogene Lebensantwort
laut Polyvagaltheorie von Porges eher sich todstellend. aushaltend;
ihre Mutter: Lebensantwort aus dem, was beim Wieder-zu-sich-Kommen aus sich todstellend (so es nicht bewusst verarbeitet wurde) kommt: sich unterwerfend;

Tom: eher kämpfend-flüchtende Lebensantwort
sein Hirnfasching der Projekte = Flucht vor etwas im Leben, sein Siegertypus eher kämpfend, wegrennend vor etwas im Leben

Einstein: eher kommunizierend aus dem Herzraum …


Das war der Funke für die Körperromane: Die alltägliche Auswirkung, die ununterdrückbare, praktische Seite der ‘mehrfachen Vagustheorie’ – die in uns jede einzelne Sekunde irgendwo zwischen gelassen und wutschnaubend aktiv ist – hat mich zum Schreiben der Körperroman-Reihe bewogen.
Daher das ‘Hinwerfen’ der drei Charaktere im ersten Buch, um in den Folgebüchern die Geschichten um die jeweils grundlegenden Aktions- und Reaktionsmuster zu bauen.

Nicht noch ein Fachbuch sollte es werden.
Das bleibt wieder nur im Hirn, fruchtet also bevorzugt bei Menschen mit Toms bevorzugter Innerlichkeit.
Wie ihr wisst, ich bin noch am Schreiben, die PVT-Gesamtauflösungen der drei Hirn-, Herz-, Körper-Bewegungsfreu(n)de folgen nach Tom und Einsteins Büchern. Step by Step by Step.


Zum Schluss nochmals ganz deutlich gesagt: Ich freue mich auf deine Meldung, was du mehr von mir willst!

PS: Tom ist gut unterwegs mit seinem Füller (beim Buchschreiben). Er hat für euch ‚Textperimente‘ erfunden. Vielleicht gibt es nächstes Jahr sogar einen Impulstag dazu.

© GST – the happy body

# 55 – Yve: Der vergessene Zauber echter Tee- und Kaffeepausen

Während der Sommer unter dem nun abnehmenden Mond noch nachklingt, sein sanftes Licht mich an große Zyklen und sanfte Übergänge erinnert, freue ich mich, eine Momentaufnahme vom Sabbatical-Jahr zu teilen.

Tom ist, mit Einsteins Sondererlaubnis, seit Tagen mit seinem neuen Kumpel Visky auf dem Segler unterwegs. Nicht weit draußen, wir können uns per Fernglas beäugen. Wir tun es in besonderen Momenten, völlig ohne Absprache. Jeden Nachmittag erwischen Einstein und ich Tom vorn auf dem Bug sitzend, mit seiner angeschepperten, alten Lieblingstasse in der Hand. Er schaut ruhig und zufrieden aus. Nichts von seiner alten, teilweise fast hektischen Getriebenheit weit und breit zu sehen, nicht mal zu ahnen.

—

Unsere gemeinsamen Dreier-Aktivitäten waren schon immer ein ‚Ort‘, ein ‚Raum‘, an dem jeder von uns, in seiner eigenen Ruhe, sorgfältig ausgewählte Projekte und Gedanken in sich entdecken, besprechen und entwickeln konnte. Die in unserem Ort / Raum transformiert, bearbeitet, geschätzt werden und danach gelassen, fast behäbig wirkend, in unseren Alltag passen.

In diesem Sinn: Ich lade euch alle ein, noch ein Stück langsamer zu werden, noch ein wenig länger in sich ruhend zu verweilen und von dort eure To-do und Ta-taas anzugehen, anzuschleichen. Glaubt mir, sie werden dadurch schneller fertig, schöner fertig.

Lasst mich ein Beispiel geben: Inspiriert von der nostalgischen Atmosphäre der Pausenecke in einer alten japanischen Webwerkstatt, richtete ich wie immer bei unseren Treffen auch hier an unserer Sabbatical-Home-Base eine kleine Pausenecke ein, in der wir sorgfältig Kaffee und Tee zubereiten und eine kleine Auswahl an jeweils regional-saisonalen Süßigkeiten genießen können.
Traditionell ist diese schlicht-gemütlich-leere Raumecke, in der sich Menschen treffen, um sich geistig zu erfrischen, kleine Erfrischungen zu genießen und einen Moment der Ruhe zu finden. Es ist eher ein stilles Beieinandersitzen, auf wunderschönen, eher schon abgenutzt zu nennenden Kissen, dabei kleine Ausblicke in die Natur zu genießen, kurze Erfrischung und Laben von Körper, Augen und Geist, bevor ein langer Arbeitstag weitergeht.

Ich schaffe an all unseren Konferenz- und Meeting-Orten diese spezielle, für uns fast lebensnotwendige zwei bis vier Quadratmeter-Stelle, an der wir innehalten und während der Arbeit einfach einen friedlichen Moment genießen können.

Unser Tun bleibt dadurch genau das, was es schon immer ist – ein ‚Ort‘ für durchdachte Projekte und den Genuss der Schönheit des Alltags – Einladung, einen Gang herunterzuschalten, und während des Platznehmens sich noch ein Stück mehr in der Welt zu platzieren.

Genau das tut Tom derzeit. Er muss wohl mit sich allein sein (ok, Visky, sein neuer vierbeiniger Kumpel, ist dabei), Zeit allein für sich haben. An einem Ort, wo noch weniger um ihn herum los ist.

Aber zu unserer Pausenzeit, als Einstein und ich zusammensaßen und nach Tom mit den Ferngläsern Ausschau hielten, sahen wir ihn auf dem Bug mit seiner ollen Lieblingstasse in der Hand. Jeden Tag wieder. Er sieht glücklich da draußen aus, was auch immer er gerade mit sich auszumachen hat.

Zu gegebener Zeit werden wir und sicher auch ihr es erfahren.

Ich freue mich darauf, von euch, euren sommerlichen Auszeiten, hören zu dürfen, wie ihr weiter in euch, eurem Tun gelandet seid oder einfach nur einen kurzen ruhigen Moment beim Lesen dieser Zeilen genießen konntet.

© GST – the happy body

# 54 – Tom: Ich habe es getan: Digital in der US-NSDAP-Datei nach Opa, Uropa und Ururopa recherchiert

… in den dort veröffentlichten Daten zu Ausweisdokumenten der Parteimitglieder.
Ganz einfach „Nachname Vorname“ in die Suchmaske eingeben, dann in der ausgeworfenen Datei den Namen in der alphabetischen Ordnung suchen und das Geburtsdatum abgleichen.

Und staunen, wen man findet! Und wen nicht, obwohl man glaubte, den mit Sicherheit zu finden.


Noch unter dem Eindruck der schnellen Zugreifbarkeit auf die Tatsachen stehend: Bin ich jetzt, mit meinen Rechercheergebnissen, noch immer über die Banalität des Soldatenlebens der neunzehnhundertvierziger Zeit schockiert? … von den Bildern in den Fotoalben meiner männlichen Altvorderen? … voll mit Tageslichtfotos von Straßenzügen voller Trümmer, Toten und eingeäscherter Landstriche, … und im Abendlicht gesellige Strandszenen mit Sportwettkämpfen und Gemütlichkeit am Lagerfeuer; Wie passt das zusammen in einen einzigen Tag? Jeden Tag aufs Neue?

Ich bin auch jetzt noch ratlos. Es ist mir unvorstellbar, wie dieses Nebeneinander tagtäglich stattfinden konnte. Wie die Personen auf den Fotos später meine Opas und Uropas waren, nichts Verwunderliches an sich hatten. Hätte ich es ihnen nicht ansehen müssen, dass sie Zombies waren? Oder sind das nur meine Assoziationen, wenn ich auf die Fotos schaue?

Woher kommen diese? Hatten die Soldaten Zeit und Ausrüstung dafür? Hat jeder solche Fotos gemacht?

Wenigstens darauf habe ich eine Antwort von Urgroßvater bekommen. Er sagte, es gab einen guten, professionellen Nachbestelldienst für die gemachten Fotos: Die Filme wurden in die Heimat geschafft, dort entwickelt und die Papierabzüge zurück ins Kriegsgebiet gebracht. Dann gab es riesige Listen mit Nachbestellungswünschen zurück in die Heimat. Dort wurden diese abgearbeitet und an die Familien der Besteller ausgeliefert. So entstanden die Alben, und wohl auch der Stolz auf die Männer im Krieg, von dem ich als Kind später unterschwellig etwas spürte, aber keiner darüber redete.

Auch krass, oder? Die Oberen hielten es für wichtig, Bilder der ‚Fronthelden‘ bei ihren Familien zu verbreiten, obwohl sonst in der Kriegswirtschaft kaum Luxus für die breite Masse möglich war. Eine ‚kuratierte‘ Seite des Krieges, die die elende Realität nicht wiedergibt? Nicht wiedergeben soll?

Und schwupp, da bin ich mittendrin, in den Knoten und Themen meines Lebens: Disziplin, Wille zu siegen, … happy Sabbatical-Jahr!

Zu den Fakten der Recherche: Ein völlig unerwartetes Ergebnis für mich.

Ich habe keinen Opa und keinen Urgroßvater in der Datei gefunden. Gefunden habe ich den Ururgroßvater väterlicherseits!
Der nie im Dienst an der Waffe war, da er nachweislich eine Fabrik leitete und somit im leisen Familiengemurmel ein ‚guter‘ war. Wenn auch kein Widerstandskämpfer, das sind offiziell die ganz Guten. Unter der Hand wird dazu gesagt: Viele Wege führten zum Widerstandskämpfer, etliche über die Parteimitgliedschaft.

In meinem Fall waren die Leute an der Front ‚nur‘ Soldaten und keine Parteimitglieder; das Parteimitglied lebte zu Hause und organisierte die Fabrik. Voll krass, finde ich.

Jetzt sind all meine Gewissheiten dahin und ich habe viele Fragen:
Wer sind diese Typen, von denen ich abstamme? War ein Soldat damals automatisch von der Reichswehr in die Wehrmacht gekommen – so wie ich aus der NVA in die Bundeswehr? Feindbild und Uniformtausch über Nacht?
Was bedeutete es damals, Soldat zu werden?
Warum werfe ich meinem Sohn vor, nicht beim Bund gewesen zu sein?
Das geht an die Substanz meiner Überzeugungen … Pause … mehr dazu, zu meinen Forschungen gibt es in meinem Sabbatical-Buch, mit Sicherheit!
Aber die Beschäftigung mit diesen Themen wird mich wohl verändern, ist es dann noch mein Buch? Wer bin ich dann? Kann das gut gehen?
JA! Ich habe ja Yve und Einstein hier bei mir, die werden mir Support geben, helfen, durch diesen Wust zu steigen.

Seid gegrüßt, ich hab zu tun – im Hirn und Herzen – mit mir und meiner Soldatenfamilie in Reichswehr, Wehrmacht, NVA und Bundeswehr. Unfassbar, wie da eins ins andere nahtlos hineinspielt und in meinem Hirn, in dem große moralische Klarheiten waren, Chaos stiftet.

Euer Tom

PS: Warum suchte ich nicht auch nach meinem Vater in der NSDAP-Mitgliederdatei? Der ist Kriegskind, da gibt es diesbezüglich nichts zu recherchieren.

© GST – the happy body

# 53 – Tom: begonnen ist der Artikel – weiter geht’s morgen (am (späten?) Abend?) – fertig um 21:52 Uhr

31.5., 23:59 Uhr … in einer Minute ist Veröffentlichungstermin …
Wo ist meine Disziplin hin? Völlig untypisch für mich, nicht mindestens einen Tag vor dem Abgabetermin geliefert zu haben. Gern noch eher, lautet(e?) mein Maßstab.

Wo ist der hin? Wenigstens diesen Gedanken kann ich fristgerecht preisgegeben.
Nicht so einfach für mich, den Helden und Retter – es hat mich schon zwei schlaflose Nächte gekostet, das zu schreiben. Nach der ersten Nacht konnte ich das vor mir selbst zugeben, nach einem Tag intensiver Gespräche mit Yve und Einstein und der zweiten Nacht, nun auch vor dir, lieber Leser.

1.6., 21:52 Uhr
#53 – Krise?

Ihr lieben Leser,
ich bin’s wieder, Tom.
Ihr erwischt mich in einem echten Ausnahmezustand, ich kann es noch nicht einordnen: Es bereitet mir Vergnügen, auf die Brüche und wunden Punkte meines Lebens zu schauen, mich darauf einzulassen, zuzulassen, dass es so was auch bei mir gibt. Ich, immer der Held und Sieger.

Etwas mehr als zwei Monate hier, plus einen Mutausbruch später habe ich beschlossen, mir das, was ich mein Leben nenne, tiefer anzusehen, zu ergründen und meine verschiedenen ‚Rollen‘ in Einklang zu bringen.
(Klang entsteht, existiert nur, wenn ich hinhöre; Geräusche auch ohne das Hinhören, wenn es einfach nur vorbeirauscht, nicht wahrgenommen wird – kommentiert sofort der Wissenschaftsjournalist in mir.)

Wider Erwarten ist es mir ein täglich zunehmendes Vergnügen geworden, Zeit zu haben und mich auf mich einzulassen; jenseits aller Routinen und Rollen als Ehemann und Liebhaber, Vater, Sohn, Freund, Kollege, Kumpel, Journalist, Autor.
Noch auf meiner Reise hierher, zu unserer Sabbatical-Homebase, dachte ich, ich lasse mich für die Dauer eines Jahres auf das Schreiben ein. Ein wenig außerhalb meiner eigentlichen Profession, meiner Komfortzone, der Wissenschaftsjournalistik, und habe dabei eine gute Zeit mit meinen Best-Buddies Yve und Einstein. Mit gemeinsamen, täglichen Aktivitäten, ähnlich wie zu unseren jährlichen Bewegungsfreude-Konferenzen. Aber die beiden verkrümelten sich viel ins Schreiben und am abendlichen Lagerfeuer tauschen sie sich über ihr Geschriebenes aus. Oh Mann, das war echt anstrengend, bis Einstein mit seinen alten Ritter- und Adelsvorfahren um die Ecke kam und uns die straff-komplexe Organisationsstruktur jener Zeit erklärte.

Damit ging ich in ungeahnte Resonanz, nicht mit meinem geplanten Thema: Mein Sohn Veit – nein, mein Vater und Großvater, beide wortkarge, disziplinierte Soldaten. Sie lauerten plötzlich in all meinen Gedanken. Und, ich hinterfrage das Thema Disziplin! Und die Frage: Gibt es gute und schlechte Disziplin?
Noch krasser: Mir schwanen seit jenem Lagerfeuerabend meine eigenen, recht engen Grenzen. Die ich so nie wahrgenommen habe und schon gar nicht erwartet habe, die mich aber am Schlawittchen packten und seit dem angehen. Ich bin weniger aktiv, ruhe mich viel aus, weil es anstrengend ist, zu sehen, zu ertragen, was ich da in mir ausgrabe.

Versteht ihr das, was ich sage? Ich RUHE MICH AUS.
Achte auf den richtigen Zeitpunkt, meine strömenden Gedanken niederzuschreiben – wenn er da ist, dann spüre ich die mir immer vertrauter werdende Stille in meinem Kopf, weiß, es ist richtig, was ich tue. Am Ende jeder Schreibzeit erwacht der alte Tom in mir und stellt die Fragen:
Habe ich bisher das Richtige getan und das Falsche gelassen?
War mein bisheriges Leben der von mir als Lebensziel erträumte Höhepunkt?
Oder habe ich mich auf Nebenschauplätzen des Lebens in Abgründen verloren?

Das werde ich alles noch genauer durchleuchten müssen, sind ja noch etliche Monate Zeit.

Gestern flossen beim Schreiben die Worte: „Mich mit mir versöhnen.“ aus Einsteins Füller! Das ist ein echter Einstein-Trick, das mit dem Kinderfüllhaltergeschenk.
Habe ich schon im #51 geschrieben und ihr sicher gelesen. Was das Ding einfach so aus mir rausholt, das klingt als ginge es mich etwas an, und ich kann nicht schnell mit der Backspace-Taste die Buchstaben weglöschen, schnell eine heldenhafte, weniger auf Brüche und Verluste zeigende, Formulierung tippen.

Jetzt mach’ ich Schluss, bin ganz schön angefressen. Brauche Zeit und verbleibe, bis zum nächsten Mal
euer Tom

© GST – the happy body

# 52 – Tom: Wie sind wir angekommen im Sabbatical-Quartier?

 … einem einsamen, alten Bootshaus weit, weit draußen auf einer kargen Landzunge

Der Nebenbeieffekt der Lage: perfekt fürs Schreiben.
Der nächste Ort: siebzig Landkilometer oder mehrere Stunden mit dem Boot übersetzen.
Die Mobilfunkabdeckung: dürftig.
Die Natur: atemberaubend.
Ein Flecken Land, der den seltenen Luxus der Stille und nächtlichen Dunkelheit bietet – wenn das Feuer gelöscht und die Milchstraße von Wolken verdeckt ist.

Wie Einstein diesen Ort wohl entdeckt hat?
Wusste er schon vor unserem Test-Segeltörn mit der ‚grünen Lady‘, dass wir hier landen werden?
Das werde ich ihn morgen als Erstes fragen, wenn er zum Frühstück aus seinem kleinen Segler auf den Bootssteg springt.

Bis dahin wird mich wohl der spätabendliche Satz von Yve: „Wir können nicht verbergen, wer wir wirklich sind“, beschäftigen. Was hat sie wohl damit gemeint?
Spielte sie nochmal auf meine linientreue ostdeutsche Militärfamilie mit ebensolcher Familiendisziplin an? Letztendlich meine Extremsport- und Arbeitsdisziplin? Hat das wirklich was miteinander zu tun?
Einerseits, mein Kopf ist schon ständig voller neuer Ideen, die es zu entdecken, zu ergründen gibt, andererseits sortiere ich diesen Gehirnfasching mit eiserner Disziplin und verfolge die  konsequent, bis erstklassige Veröffentlichungen dazu Geld in meine Kasse spülen.
Es ist schon so, dass ich mich dafür mit fester Entschlossenheit anstrenge, um mich dann nicht mehr ablenken zu lassen und das einmal gesteckte Ziel nicht mehr zu verfehlen; selbst wenn klare Korrekturen auf dem Weg nötig sein sollten.
Meint Yve das?
Aber ich bin doch der, der mit dem Auto hergekommen ist –sie hatten die genussvollen Extremanreisen in ihren Lieblingselementen – Einstein den Segeltörn übers Wasser und Yve das Eintauchen in die Luftanströmung der kräftigen Ozeanbrise auf ihrem Rad.
Ich als Läufer hatte Pause und war nur das Begleitfahrzeug der beiden, mit dem Gepäck und zwei Ersatzfahrrädern (Einsteins und meinem) auf der Ladefläche. Ist das auch meine Disziplin gewesen?

Aber, wenn ich ehrlich bin, ich habe die Fahrt im Offroad-Modus meines exklusiv motorisierten Allradgeländewagens abseits jedes Weges, geschweige denn einer Straße, extrem genossen. Das Austesten der Technikgrenzen im Spiel mit meiner Reaktionsfähigkeit und meinem Können, das hat was. Ist fast wie beim Laufen.
Mein kleiner Allrad-Muli musste mit hierher! Falls es mal dröge wird, kann ich kurz damit raus und bekomm’mein Adrenalin.
Genau wie mit meinen Sportwagen. Da die Drift in den Kurven zu genießen, ist fast noch besser, und dieses Glück kann man auf dem Weg zur Arbeit genießen, das nenn’ich Effizienz!
Wie auch immer: Ich freu’mich auf die Muli-Besorgungs- und Tankfahrten in die Zivilisation.

Nicht zu vergessen: Ich freu’ mich wie Sau auf die lange Zeit mit Yve und Einstein! Und auf die gelegentlichen Besuchstage unserer Familien.
Und natürlich: Ich bin gespannt auf mein Nicht-Fach-Buch.
Ihr auch?

© GST – the happy body