# 50 – Es ist vollbracht: Abtauchen, Eintauchen zum und im „the happy body“
Ich hatte schon mehrfach im Leben die Entscheidung zu treffen: ob ich das weitermache, was ich möchte, oder nicht mehr das zu tun, was ich möchte.
Möchte ich „hands on“ oder mit Schreiben die Hirne, Herzen und Körper meiner Kunden oder Leserinnen erreichen und in Bewegung bringen?
Möchte ich eine „Wasserglas-Lesung“ mit Moderation von der Bühne (wie die Bewegungsfreude-Premierenlesung) oder ein „samstägliches Kaffeegeplauder“ mit gelegentlich eingestreuten Buchabschnitten und individuellem Austausch in behaglicher Atmosphäre?
Möchte ich ein Institut bleiben oder heißen, wie es die Wirkung in den Menschen nach dem Kontakt mit mir ist – „happy body“ mit happy feeling?
Das sind nur die letzten der vielen, fast täglich zu treffenden Entscheidungen, die jede und jeder in dieser oder jener Weise zu treffen hat. Ob er es auch tut, das ist eine ganz andere Frage.
Mir fallen diese Entscheidungen mittlerweile leicht. Auch die grundlegenderen, wie sie die Antwort auf die in der Körperglück-Premierenlesung mehrfach gestellte Frage zum Ausdruck bringt: „Warum schreibst du?“
Meine Antwort war jedes Mal ein wenig anders, weil nicht vorab überlegt: weil es mich interessiert, ich dem folge, nachgehe, was mich wirklich antreibt und beschäftigt. Mein Interesse lotst mich auf meinem Weg durchs Leben, Schritt für Schritt. Eines folgt dem anderen, kann nicht von vornherein durchgeplant werden, es fügt sich erst auf dem Weg. So gedeihen die Dinge, erfüllt sich meine Lebensaufgabe. Und nicht weniger wichtig: Es gibt keine Zeit, die aufregender und schöner wäre. Frei von eingefahrenen Routinen und Sachzwängen zu agieren, alles so zu denken und zu tun, wie es im nichtrationalistischen JETZT dran ist. Wunderbar erfrischend, ein Vergnügen – genau wie die mit euch geteilte Zeit.
Ich bin gern mit euch ab- und eingetaucht in unsere gemeinsame Lesezeit. Habe euer anregendes Gemurmel und die Gespräche, die zischende Kaffeemaschine und den leckeren Kuchenduft, die gastliche Atmosphäre und überhaupt alles genossen. Es war fein! Ein Träumchen mit euch allen – vor und hinter dem Tresen. Ich denke, ihr stimmt mir zu. Das Geheimnis der besonderen Momente und Kulinarik im „das fein“: beste Zutaten in Regalen und auf dem Teller, zelebriert mit entspannter Herzlichkeit. Ein wahrer Überfluss an Genuss und leisem Luxus.
VIELEN DANK.
PS: Letztendlich geht es um (meine) bewusste(n) Entscheidungen gegen Größe und die damit verbundene routiniert-professionalisiertere Kälte; Entscheidungen für „das fein“ als Lesungsort und meinen neuen Namenszusatz „the happy body“ als Horte für Offenheit, Herzenswärme und Seelennahrung.
PPS: Danke für eure bewegten Rückmeldungen über meine „besonderen Bücher“. Ich freue mich, wenn ihr auf dem Heimweg tiefe, anregende Gespräche hattet – über eueren, von Lesung und Buch angeregten „Kram“. Ich freu mich über euer ein- und mitschwingen, eueren Zugang zu den Yve, Tom und Einsten in den Mund gelegten Worten. Ihr folgt dem Impuls, den meine Worte in euch auslösen möchten, spürt und versteht sehr fein, wo sich mein Text in euch hinbewegen will.




