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Archiv: No_Blog Beiträge

#3 – Was ist der Vorteil eines integrierten Körpers?

Oh je, das klingt immer wieder aufs Neue angestrengt: integrierter Körper. 
Wenn ich diese beiden Worte zu einem Menschen sage, der das Prozedere der Integration durchlaufen hat, ist die Reaktion eine völlig andere, als bei einem Menschen der es (noch) nicht erlebt hat. Ja, es ist ein vorher unvorstellbares Erlebnis, diesen Prozess zu durchlaufen. Einmal oder mehrere Male, das liegt ganz im eigenen Interesse.

Welche Feinheiten will ich noch erreichen, adressieren, integrieren? Vielleicht sogar Feinheiten, von denen ich vorher gar nichts wusste? Nicht ansatzweise ahnte, dass da etwas nicht ‚mit läuft‘, nicht rund läuft, sich nur von seinen Nachbarn rumtragen lässt, im Dauerurlaub in mir abhängt. Dafür müssen andere in mir Dauerschichten im Halten und Durcharbeiten schieben, fangen an, Befindlichkeiten zu entwickeln, zwicken hier, drücken da, gelegentlich schmerzt es auch schon mal.
Klingt irgendwie komisch, was ich da sage? Oder zaubert es dir ein breites Lächeln und strahlende Augen in dein Gesicht? Wenn du feixt, tief im ganzen Körper ein Grinsen sitzt, dann hast du ihn, den integrierten Körper.

Es ist keine Frage des Intellekts, es ist eine Frage der eigenen körperlichen Organisation. Und, es macht einen großen Unterschied.

Schauen wir uns das an einem Beispiel genauer an:
Eine alte, mechanische Nähmaschine. Man tritt mit den Füßen wippend auf dem Trittbrett, ein über zwei Räder laufender Riemen überträgt die Bewegung auf den Arm der Nähmaschine. Von dort geht die Bewegung in die oben gut sichtbare Nähmechanik für die Nadel. Für den Unterfaden ist die Nähmechanik nicht sichtbar, muss jedoch genauso gut funktionieren und mit der oberen Nähmechanik gut abgestimmt sein. Wenn du gleichbleibend flüssig den Antrieb betätigst, die Fadenspannung gut auf das zu nähende Material abgestimmt ist, die Stichgröße zu Faden und Materialqualität passt, wird ganz einfach eine simple Naht genäht. Wenn von diesen vielen Parametern ein einziger nicht auf die zu erledigende Arbeit abgestimmt ist, kommt es zu Störungen. Natürlich kann auch so die gewünschte Naht entstehen. Vielleicht mit gekräuseltem Stoff – aber das kann man ja per Hand danach rausstreichen. Vielleicht mit vielen Schlingen unter dem Stoff – das kann man Schlinge für Schlinge nachziehen. Vielleicht, vielleicht….

Der kleinen und großen Fehler sind viele möglich, doch alle erfordern Nacharbeit, Zeit, Kraft und Aufwand. Eine rund laufende Nähmaschine braucht all das nicht – nur dein adäquates Wissen zu deren Bedienung, zu Stoffen und Nähgarnen.

Und nach all dem frage ich: Hast du schonmal einen Baumwollstoff mit Synthetiknähgarn genäht und dann bei Baumwolltemperatur gewaschen? Es kann toll sein, diese nicht sofort offensichtlichen, tiefer liegenden Ebenen zu berücksichtigen. Dann kannst du von vornherein auf das sich nach zu heißer Wäsche kräuselnde Synthetikgarn verzichten und Baumwollgarn verwenden.

Das Gleiche gilt für eine mechanische Uhr – nur wenn alle Teile fein abgestimmt miteinander arbeiten, zeigt sie die richtige Zeit an. Und natürlich, wenn meine Uhr jeden Tag 5 Minuten vorgeht, kann ich viele Lösungen dafür haben. Jeden Morgen 5 Minuten zurückdrehen, aller zwei Tage 10 Minuten zurückdrehen, mit den 5 Minuten überall zu früh erscheinen, oder jedes Mal dran denken noch die fünf Minuten zu haben… oder zum Uhrmacher gehen und die ganzen Bypässe einfach sein lassen. Entspannung. Punkt.

Ich gehe nicht noch auf ein klassisches Getriebe und erst Recht nicht auf Autotuning ein – beides wunderbare Beispiele für entspanntes Rundlaufen und effektiven Krafteinsatz. Ihr habt das, was gemeint ist, sicher verstanden.
Der Vorteil eines integrierten Körpers: Er braucht weniger Kraft und hat mehr Energie für anderes zur Verfügung, da er sich so direkt, wie es ihm möglich ist, bewegt. Die körperliche Integration kann man lebenslang verfeinern. Muss es aber nicht.

→ An integrated body is an integratetd body and NOT a thinking brain about what an integrated body is.
Oder: Die, die ihn haben, leben seine Leichtigkeit. Und denken nicht mehr darüber nach.

© Grit Silke Thieme

#2 Kurze Einführung in die Bewegungsfreude-Kursreihen

!!! LEIDER GIT ES DIESE ANGEBOTE NICHT MEHR !!!

Bewegungswerkstatt spezial – BW_spezial
Ein Tag, ein Thema intensiv – thematisch aufeinander aufbauender 4er Block über das Jahr verteilt (auch einzeln buchbar)
als Einstiegsformat für Kursneulinge geeignet;
Wir arbeiten 3 Stunden sensorisch und funktional am Thema. Nach einer Stunde Mittagspause gibt es die Fragestunde: Jeder Teilnehmer stellt seine aufgetauchten Fragen zu Theorie, Praxis oder Übungen  alle hören zu und lernen dabei enorm.
→ fasziale Bewegungspraxis finden und entdecken

BewegungsForschungsKollektiv – BFK
Ein Jahr, eine feste Gruppe, maximal 7 Teilnehmer pro Gruppe –
für die Teilnahme du musst schon Termine mit mir gehabt haben oder einen Auditionstermin vorschalten
– Intensiv-sensorische und ein wenig funktionale Arbeit an Bewegungen und deren Fluss
– Erforschen der vorhandenen Qualität einer Bewegung (z.B. Abrollen des Fußes beim Laufen) und staunen über die deutlich spürbare Änderung am Ende der Einheit
Von Monat zu Monat arbeiten wie uns immer tiefer in den Körper hinein, werden immer feiner. 
Der Kurs kann über viele Jahre in Folge gebucht werden – jedes Jahr ist ein neues, individuell tieferes Entwickeln möglich – statt fest zu werden und zuzumachen.
→ dauerhaft in die Tiefe und Leichtigkeit der faszialen Bewegungspraxis einsteigen und dran bleiben

BODY_xxx  
Ein intensives Workshopwochenende vor Ort  für nachfolgend eigenes Tun fast nebenbei im Alltag.
Der Fokus liegt auf entspannter Bewegungsqualität in drei Dimensionen:
– klassisch beim Gehen von hier nach dort und dabei
– innerlich für die Organe sowie 
– im Nervensystem für situationsangepasstes Atmen, Zunge und Nacken loslassen, angepasst auf eure Baustellen.
→ intensives Einlassen auf den Einklang von Bewegung, Beweglichkeit und Bewegtheit im Körper

Fachweiterbildung_Faszie – FWB_F
Zehn Module umfassende Weiterbildung mit jeweils 2 neuen Modulen pro Jahr
Streckt sich gesamt über 10 Wochenenden, kann durch Auffrischungs- und Nachholer-Tage intensiviert werden
Ihr müsst über Hürden gehen, über euch hinaus wachsen, um Modul 10 zu erreichen.
Es braucht eure aktive Arbeit, eure tägliche Entwicklung an den Modulthemen zwischen den Kurstagen;
für das Heben des Dreiklangs Faszie, autonomes Nervensystem und Präsenz in der Welt auf eine neue Ebene;
für die Entwicklung eines Körperverständnisses auf Basis des 70 % Wasser- und 30% Festbestandteils unseres Körpers.
Mit Bodyreading,  erlernen adäquater eigener Körperorganisation, Hands-On Arbeit, Bewegungsexpertimenten;
→Steigert Ausruckskraft/Präsenz, hebt den Kotakt zu anderen auf ein neues NIveau

© Grit Silke Thieme

#1 – Was ist ein „Expertiment“?

Ein „Expertiment“ ist meine Wortschöpfung aus Experte und Experiment.

Dann ist es wieder da, das Leuchten, die Vorfreude, die fokussierte Energie auf die der Ausdruckkaft und Präsenz dienenden Bewegungsforschungskollektive, die neue Akzente ins Vorhandene gebenden Impulseinheiten oder -tage und vor allem auf die persönliche Entwicklung und das Weiterkommen.

© Grit Silke Thieme