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# 52 – Tom: Wie sind wir angekommen im Sabbatical-Quartier?

 … einem einsamen, alten Bootshaus weit, weit draußen auf einer kargen Landzunge

Der Nebenbeieffekt der Lage: perfekt fürs Schreiben.
Der nächste Ort: siebzig Landkilometer oder mehrere Stunden mit dem Boot übersetzen.
Die Mobilfunkabdeckung: dürftig.
Die Natur: atemberaubend.
Ein Flecken Land, der den seltenen Luxus der Stille und nächtlichen Dunkelheit bietet – wenn das Feuer gelöscht und die Milchstraße von Wolken verdeckt ist.

Wie Einstein diesen Ort wohl entdeckt hat?
Wusste er schon vor unserem Test-Segeltörn mit der ‚grünen Lady‘, dass wir hier landen werden?
Das werde ich ihn morgen als Erstes fragen, wenn er zum Frühstück aus seinem kleinen Segler auf den Bootssteg springt.

Bis dahin wird mich wohl der spätabendliche Satz von Yve: „Wir können nicht verbergen, wer wir wirklich sind“, beschäftigen. Was hat sie wohl damit gemeint?
Spielte sie nochmal auf meine linientreue ostdeutsche Militärfamilie mit ebensolcher Familiendisziplin an? Letztendlich meine Extremsport- und Arbeitsdisziplin? Hat das wirklich was miteinander zu tun?
Einerseits, mein Kopf ist schon ständig voller neuer Ideen, die es zu entdecken, zu ergründen gibt, andererseits sortiere ich diesen Gehirnfasching mit eiserner Disziplin und verfolge die  konsequent, bis erstklassige Veröffentlichungen dazu Geld in meine Kasse spülen.
Es ist schon so, dass ich mich dafür mit fester Entschlossenheit anstrenge, um mich dann nicht mehr ablenken zu lassen und das einmal gesteckte Ziel nicht mehr zu verfehlen; selbst wenn klare Korrekturen auf dem Weg nötig sein sollten.
Meint Yve das?
Aber ich bin doch der, der mit dem Auto hergekommen ist –sie hatten die genussvollen Extremanreisen in ihren Lieblingselementen – Einstein den Segeltörn übers Wasser und Yve das Eintauchen in die Luftanströmung der kräftigen Ozeanbrise auf ihrem Rad.
Ich als Läufer hatte Pause und war nur das Begleitfahrzeug der beiden, mit dem Gepäck und zwei Ersatzfahrrädern (Einsteins und meinem) auf der Ladefläche. Ist das auch meine Disziplin gewesen?

Aber, wenn ich ehrlich bin, ich habe die Fahrt im Offroad-Modus meines exklusiv motorisierten Allradgeländewagens abseits jedes Weges, geschweige denn einer Straße, extrem genossen. Das Austesten der Technikgrenzen im Spiel mit meiner Reaktionsfähigkeit und meinem Können, das hat was. Ist fast wie beim Laufen.
Mein kleiner Allrad-Muli musste mit hierher! Falls es mal dröge wird, kann ich kurz damit raus und bekomm’mein Adrenalin.
Genau wie mit meinen Sportwagen. Da die Drift in den Kurven zu genießen, ist fast noch besser, und dieses Glück kann man auf dem Weg zur Arbeit genießen, das nenn’ich Effizienz!
Wie auch immer: Ich freu’mich auf die Muli-Besorgungs- und Tankfahrten in die Zivilisation.

Nicht zu vergessen: Ich freu’ mich wie Sau auf die lange Zeit mit Yve und Einstein! Und auf die gelegentlichen Besuchstage unserer Familien.
Und natürlich: Ich bin gespannt auf mein Nicht-Fach-Buch.
Ihr auch?

© GST – the happy body