#27 – Meine neue Schreibroutine + wo bleiben meine angekündigten Bücher für Körper mit Kopf?
Sind sie endlich fertig, deine Bücher? Diese Frage höre ich immer wieder. Warum wohl? Weil meine Bücher noch immer im Schreibprozess sind. Und nur daher gibt es diese Zeilen für euch, an denen ich zunehmenden Spaß und Freude habe.
Die Fragen nach meinen Büchern finde ich super, es gibt großes Interesse an den Themen. Blöd finde ich, dass in mir der Eindruck entstanden und verfestigt ist, dass es endlich die geschriebene Sprache gibt, mit der die in meinem Kopf befindliche „pinkfarbige, glitzernde Grütze“ logisch-rational aufschreibbar, ja, sogar buchtauglich wird. Mit Ideen über Seiten- und Kapitelaufbau, Buchtitel und -gestaltung und, und, und.
Da liebe ich die Worte meiner Mutter, die nach dem ersten gelesenen „No_Blog“-Artikel meinte: „Ist sehr interessant, muss ich stückchenweise kapieren. Deine Gedanken brauchen bei mir Verdauungszeit und ja, es schmeckt schon recht gut.“
Nein, meine „No_Blog“-Artikel sind kein glattes, rundes, marktfähiges Buch – sie dienen geistiger Anregung, die im Leser etwas ins Arbeiten bringen will. Genau wie in meinen Kursen oder der Einzelarbeit. Da kommen die, die etwas für sich abholen wollen, ganz ohne mitnehmbare Skripte und PowerPoints. Einfach mitnehmbar als Veränderung im Körper.
Lasst mich noch ein wenig aus meinem „Nähkästchen“ plaudern: Es gibt zwei Seiten, die an mir ziehen, die ich beide nicht bedienen will. Dieses an mir Rumziehen war sehr gut und wichtig, ich konnte und durfte dadurch herausfinden, was ich wirklich schreibend sagen will.
Auf der einen Seite ist das medizinisch-therapeutische Fach. Nach wie vor werden Fachleute gesucht und angefragt, die sich mit der Bedeutung von Körperfaszien auskennen und über diese schreiben und referieren können. An dem Punkt bin ich immer wieder raus, weil schon der Ansatz aus meiner Sicht in die Irre führt und ich die Wünsche der Auftraggeber nicht erfüllen kann. Es gibt nur eine Faszie! Das zu verstehen und zu begreifen, ist die Grundlage all dessen, was ich vermitteln könnte. Somit Fachbuchwelt: Nein, danke.
Auf der anderen Seite ist die moderne Welt mit ihrem eigenen, den Globus überziehenden, digital-unermüdlich zappelnden Nervensystem. Das bringt Zergliederung in gewollte Micro-Moments und Quality-Time auf Daumenklick in Handy, Tablet und an fast jedem Ort. Die Dinge, die aus und in meiner Arbeit hervorgebracht werden, die soll es zu lesen geben. Die brauchen für die Aufnahme ungetaktete Zeit und Aufmerksamkeit, wollen tief in den Körper einsinken und verarbeitet werden, um ihre Wirkung entfalten zu können. Die Wirkung ist nicht einfach messbar, schon gar nicht mit knackigen Worten und Titeln, auf vielen Kanälen beworben, nach dem Rezept: Erstens, zweitens und drittens – jetzt hast du es geschafft. Das dringt nur bis zum Hirn vor. Nicht schlecht, oft sehr unterhaltsam, aber auch da bin ich raus, komme nicht bis zum Körper, zum autonomen Nervensystem durch. Dort ist die Wirkung meiner Arbeit und Worte deutlich spürbar.
Ich habe in meinem „Prozess“ zum Thema Buchschreiben rausfinden können, was ich schreiben möchte – nicht zuletzt mit der Hilfe erfahrener Schreibprofis in Schreibseminaren. Ich lege meine bisherigen Berge an „Fingerübungen“ zur Seite, schreibe einmal im Monat einen No_Blog-Artikel und beginne, Geschichten über Menschen und eine Körperarbeiterin Namens Yve, die die nur auf den körperbezogenen Befindlichkeiten der zu ihr kommenden Menschen auf ihre Art in Fluss bringt, zu schreiben. Die schönsten kommen dann zwischen zwei Buchdeckel.
→ Ab sofort: „No_Blog“-Artikel immer am ersten Freitag eines Monats + die angekündigten Bücher werden noch nicht erscheinen. Sobald ich den roten Faden für ein Buch / Bücher habe, wird es zum Buchschreiben kommen und der „No_Blog“ wird dann dünner bestückt werden.
© Grit Silke Thieme