Zum Hauptinhalt springen

’34 – BFK-Impuls 1: Der Froschfuß

INTRO:
Alle folgenden Expertimente dienen der „Körper-Bildung“ und Ausdruckskraft.
Du wirst dein bisheriges Wissen, wie dein Körper funktioniert und sich bewegt, praktisch an dir selbst überprüfen. Unglaubliche Dinge werden sich dir aufzeigen und für tiefes Staunen und zunehmend für neue Denk- und Handlungsmuster sorgen.

Die Beschreibungen sind nicht für alleiniges Neueinsteigen gedacht und geeignet – sie sind nur kurze Erinnerungen für die Teilnehmer eines BFK-Impulses.

Die Expertimente bauen aufeinander auf. Es wäre durchaus angebracht, das jeweilige Expertiment in den folgenden Tagen und Wochen bis zum nächsten Impuls zu vertiefen. Am besten immer mal wieder in den Alltag einbauen. Das öffnet deine Wahrnehmung für das, was sich in dir spannt, und das, was loslässt. Und du hast natürlich den tollen Effekt des Loslassens, kannst diesen von Mal zu Mal besser wahrnehmen und tiefer auskosten. Den Effekt kannst du noch intensivieren, wenn du wirklich erst die eine Körperseite arbeitest und danach in Ruhe und im Gehen von ein paar Schritten im Raum nachwirken lässt und dann erst die andere Seite. Du wirst staunen, welche Ausdruckskraft du durch das Im-Körper-Erkennen und Loslassen deiner alten Muster erreichen kannst!

INTRO Ende.

Bitte lege dir 2 oder 3 Walnüsse bereit.

Erinnere dich an die Qualitäten des Arbeitens:
1. Umschließen der Nuss und daraufhin haptisch mit der Zehe die Oberfläche der Nuss ertasten. Ist da die dicke Wulst wahrnehmbar?
2. Zehe nach vorn tropfen lassen.
3. Zehe einzeln – so gut es geht – einen Millimeter hin und her, vor und zurück auf der Nuss bewegen.
4. Andere Zehen so gut es geht einfach seinzulassen – weder gegenspannen noch entspannen.
Schaut, was beim Länge-im-Zeh-Bekommen in der Wade, im Oberschenkel, im Beckenboden, im Hals und Kiefer passiert.
Es ist völlig ok, wenn du meintst, da passiert nichts – du kannst es vielleicht noch nicht wahrnehmen, es passiert trotzdem.
5. Aufspannen des Froschfußes – wie fühlt es sich im Fuß an? Was passiert? Hat der Knöchel was davon? Wer noch im Körper hat noch was davon? Kann du dich losgelassen auf ein funktionierendes, vom Fuß aus angesprochenes fasziales System einlassen?

Erinnert euch an das: Spürt nach der Übung in euren Körper, nehmt wahr, was ihr spürt:
Typischerweise schaut ihr zuerst: Wo tut es noch weh? Wo tut es jetzt neu weh? Wie tut es weh? Das interessiert den Mediziner und Physiotherapeuten, uns hier jedoch gar nicht!
Schaue: Wie stehe ich jetzt? Wenn ich gehe – Ist etwas an Bewegungsradius dazugekommen? Im Fuß? Im Knie? In den Hüften? Wie hat sich die Bewegungsqualität verändert – weicher/fester, lockerer/gehaltener, gerader/versetzter, durchfließender/dichter? In den gearbeiteten Körperstellen und dann immer weiter schauend, bis zum ganzen Körper, bis hin zu deiner Bewegung im Raum. Nimmst du dir jetzt mehr Raum? Füllst du ihn? Wie wirst du jetzt von anderen wahrganommen?

Wenn du „nur“ schaust ob die alten Befindlichkeiten noch da sind, gehen dir ganz viele Nebeninformationen verloren, da du immer weißt, was du suchst. – So kannst du viele schöne und neue Wahrnehmungsleitungen um die Baustelle herum gar nicht wahrnehmen, nutzen. Wenn aber rund um die Baustelle herum wieder mehr los ist, wird automatisch in der Baustelle weniger Betrieb sein. Oder?
Erinnere dich, wie haben sich deine Füße, dein Gang und deine Aufrichtung am Ende der Impulseinheit angefühlt? Wie zu Beginn?
Experimentiere gern jeden Tag neu! Viel Vergnügen dabei wünsche ich dir von ganzem Herzen.

BFK – Bewegungsforschungskollektiv

© Grit Silke Thieme