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aus meinem Textlabor: jeden Freitag was neues zu Lesen

#7 … Unsere Knochen: Tragende Statik oder nur Abstandshalter im System? – Erscheint Fr., 10.2.23

Unsere Knochen haben viele Funktionen. Sie leben, bauen sich ständig auf und wieder ab, erledigen dabei ihre vielfältigen Jobs. Normalerweise haben wir 206 Knochen, die dem passiven Bewegungsapparat zugeordnet werden. Die Gelenke zwischen den einzelnen Knochen ermöglichen zusammen mit der Skelettmuskulatur unsere Bewegungen. In der klassischen Bewegungslehre werden Muskelfunktionen und -bewegungen in Beziehung zu den Gelenken gedacht und beschrieben. Ein System zum Verständnis der möglichen Bewegungen. Und zum Suchen der Fehler, wenn das System nicht rund läuft. So weit zur etablierten, gängigen Betrachtungsweise.

Ich möchte deine Aufmerksamkeit auf eine weitere Möglichkeit lenken. Stell dir vor, du machst einen Ausflug. Hast ein Zelt dabei und beginnst es aufzubauen. Oder eine Strandmuschel, wenn dir der Gedanke mehr gefällt. Du hast ein faltbares Material und ein Gestänge. Bei Zelten sind noch Abspannseile dabei. Mit dem Gestänge stellst du das faltbare Material dreidimensional auf. Mit den Abspannseilen kannst du dafür sorgen, dass es nicht schief steht oder teilweise in sich einsinkt. Recht simpel, oder? Das Material braucht aber deine Aktivität, um zu einem Zelt oder einer Strandmuschel zu werden. Einfach von selbst passiert das nicht.

Wie wäre es, wenn dies auch in unserem Körper so funktioniert? Warum sollte es nicht? Ok, in deinem Körper wäre es ein in Wasser aufgebautes Zelt. Zumindest im Zelt wäre Wasser, außen die Luft ist zum Glück nicht immer Regen. Wenn wir DIE Faszie, wie letzte Woche in #6 beschrieben, als den gefalteten Stoff sehen und die Knochen in dir als Gestänge, … stellt dir das mal im Kopf vor! Und dann tief in dir. Spür dieser Vorstellung innerlich nach. Was ist passiert? Wie fühlt es sich an, wenn du gut auf deinen Füßen stehend ‚dein Zelt‘ in dir aufbaust?
Dann gehe in deinen Normal-Modus zurück. Wie spürt es sich jetzt an? Ist das nicht spannend? Hat sich was in dir verändert? Was hat sich verändert? Kannst du es in Worte fassen?

Lass uns noch ein Stück weiter gehen. Ich frage dich: Was braucht ein klassisches Haus? Eine tragende Struktur. Architekt und Statiker sorgen dafür. Gerüst und dann das Füllmaterial – so war es früher beim Fachwerkhaus. Bei moderneren Häusern ist Gerüst und Füllmaterial durch z.B. Stahlbeton in einer Struktur zusammengefasst und man braucht mehr Wissen, um diese komplexere Bauweise zu durchschauen. Lasst uns zu den Wolkenkratzern schauen. Zu den richtig, richtig Hohen. Die haben die Fähigkeit, in sich zu schwingen, eingebaut. Nur so können Sie den Winden in der Höhe standhalten. Mit innerer Beweglichkeit. Mit beweglich gelagerten Gegengewichten in sich – die mit der komplexen Struktur des Hauses und der Umgebung des Hauses interagieren.
Ihr merkt schon, wo die Reise hingeht? Nächste Woche geht es weiter.

→ Knochen als tragende Statik ist eine Option. Um Knochen als Abstandshalter im System zu sehen, braucht es einen anderen Blickwinkel. Um seine eigenen Knochen als Abstandshalter zu nutzen, braucht es innere Aktivität.

(C) Grit Silke Thieme

#6 – Die Faszie oder die Faszien? Viel mehr als Grammatik.

Wen interessiert das denn? Die Faszien sind mittlerweile erforscht und bekannt. Bearbeiten kann man Faszienverklebungen mit den Rollen und Kugeln. Zuhause, im Sportstudio, im Yogakurs, in der Reha-Gruppe, beim Physio … überall. Tut weh, soll aber helfen. Oder gibt es da was Neues? Die Faszien wurden ja erst vor 10, 15 Jahren gefunden.

Nein, was Neues gibt es nicht. Eher Altes, Übersehenes, aus dem Fokus und Zusammenhang Geratenes, Vergessenes. In unserer heutigen Zeit kommen Phänomene – wie auch das Thema Faszie eins ist – oft schnell, effizient, ökonomisiert und in großem Maßstab auf den Markt – oder gar nicht. Dabei dreht es sich beim Thema Faszie vordergründig nicht um Markt und Geld, sondern um eine möglichst leichte, entspannte, Funktionsweise unseres Körpers.

Die Faszie gibt es, seitdem wir existieren. Die alten Ägypter, die indischen Yogis, die traditionelle chinesische Heilkunst haben ihr schon immer Bedeutung gegeben. Seit dem 12. Jahrhundert beschäftigen sich europäische Wissenschaftler intensiver mit Anatomie, der wissenschaftlichen Erkenntnis des menschlichen Körpers und anatomischer Lehre. Es begann mit Obduktionen von Verstorbenen. Der Bauplan des Menschen wurde immer klarer offengelegt, erkundet und erforscht. Das gewonnene Wissen ermöglichte das (Weiter-)Entwickeln, Erproben und Verbessern der vorhandenen Therapieformen. Dieser damals begonnene Prozess ist noch heute die Basis der Medizin. Seit jener Zeit explodierte und beschleunigte sich das Wissen, vieles wurde umgebaut, ein hochkomplexer Wolkenkratzerbereich ist auf erneuertem Fundament entstanden.

Bei viel Bautätigkeit gerät manches aus dem Fokus. So sind im „Atlas der Anatomie und Chirurgie“ von J. M. Bourgery und N. H. Jacob aus 19. Jahrhundert noch viele weiß-grau, verschiedenst-schraffierte Strukturen zu sehen. Erst vor dem Schnitt mit dem Skalpell, dann beim Schnitt, im nächsten Bild ihre darunter verborgenen Inhalte freigebend. Moderne Anatomiebücher hingegen zeigen uns meist gleich das Organ, den Muskel ohne die dicke grau-weiße Verpackung.

Aber wieso ist das Verpackungsmaterial verschwunden? Aus den Bildern und unserer Wahrnehmung? Ist es nicht wichtig? So vielfältig wie es gezeichnet wurde? Bei der Menge, die es davon gibt?
Im besten Fall ist dieses Verpackungsmaterial – unser Fasziensystem – ein in sich funktionierendes Zugspannungssystem, wie bei einem Zelt. Mit unseren Körperflüssigkeiten, mindestens 70 % unseres Gewichts, durchflutet, hochsensibel auf Druck, Schwerkraft und Auftrieb reagierend. Viele hundert Taschen und Ausstülpungen besitzend, in denen sich verschiedenste hochkomplexe Bauteile – wie z.B. Organe, Muskeln, Nerven, Blutgefäße, Knochen, Bandscheiben – befinden. Bauteile, die alle von diesem Verpackungsmaterial durchzogen sind. Bis in die letzte Körperzelle.

Dieser Blick auf uns setzt aktive Organsysteme voraus. Die im Sterbeprozess alle nacheinander ihren Dienst quittieren. War und ist vom Fasziensystem bei Obduktionen nur dümpelndes Material zu sehen, spannungslose Masse, die den Blick auf die wesentlichen Inhalte wie Muskeln, Organe und Knochen sowie deren krankhafte Veränderungen, behinderte? Wurde es deshalb so lange vernachlässigt?

Wie auch immer, die Anatomen lernen schnell. Die Wichtigkeit dieses Gewebes ist erkannt. Es gibt seit einigen Jahren die korrekten anatomischen Bezeichnungen für jedes noch so kleine Faszienteilchen im Körper. Es gibt Bücher voller Faszienanatomiefotos, da sind keine Lücken mehr. Die Karte der Faszie liegt ausgebreitet vor uns. Jeder Operateur kennt heute Form und Lage der Faszienanteile der zu operierenden Stelle aufs Genaueste.

Ist das gnug? Reicht es, um einem in veränderlicher Flüssigkeit gelagerten, bewegten und sich in sich bewegenden Zugspannungssystem gerecht zu werden? Einen Einwand habe ich: So wie eine linke Herzkammer allein kein Herz schlagen lässt, so wichtig ist es, die linke Herzkammer als Bestandteil des Herzens zu verstehen. Um dann in die Qualitäten, Amplituden, Tempi von Herzschlägen einzusteigen. Stimmt’s? Bei der Faszie ist es ebenso. Auch wenn Sie etliches größer und allumfassender ist, gleichzeitig Organe verpackt, trennt, verbindet, durchzieht, in Flüssigkeit trägt und nebenbei als Sinnesorgan arbeitet.

→ Es gibt nur >eine< Faszie. Die ist überall im Körper. Ist immer dabei. Bei allem, was wir tun. Verspannt, verklebt, verknorpelt, verknöchert oder durchlässig, integriert, aktiv regulierend, Stoffan- und -abtransport ermöglichend. Mit entsprechenden Konsequenzen für oder gegen >einen< leichten, federnden, entspannten Körper.

(C) Grit Silke Thieme

#5 – Wissenschaft – Unsere neue Religion? Teil 1

Wurdet ihr auch schon gefragt: Glaubst du noch an Wissenschaft? Ich persönlich mehrfach, vor allem in der aktuellen Zeit. Wie krass ist das denn: Wissenschaft und daran glauben. Glauben, das ist für mich das Ding mit den Kirchen. Im Mittelalter. Keppler, Galilei, da Vinci, Michelangelo, Newton und noch so viele mehr haben damals begonnen aufzuräumen und viele kluge Köpfe folgten. Pasteur, Koch, Einstein, Heisenberg … wissen wir doch alle, haben wir in der Schule gelernt. Was sie erforschten und wie sie das Herausgefundene bewiesen haben. Haben es mehr oder weniger gut verstanden oder als Naturgesetz hingenommen.

Heute gehört deren Wissen zu den Grundlagen der etablierten Wissenschaften. Mit ihren hohen Standards, Symposien, Kongressen, Veröffentlichungen, ihren Fördermitteln für die weitere Forschung – der komplette etablierte Zirkus.

Wie war es damals, wie haben sich Einstein und Curie beispielsweise einen Namen gemacht, um in diesen Wissenschaftszirkus einzusteigen? Hatten sie das Glück der frühen Geburt? Mussten sich nicht die heute ein- bis festgefahrenen, stark regulierten Wege, entlanghangeln. Sie sind ihren Ideen gefolgt, haben Situationen erschaffen und sich in ihre Ideen und Themen eingegraben, durchgebissen. Wollten es wissen. Ohne zu wissen, ob Sie am Ende als die Rauskommen, die sie durch ihre Arbeit und deren Ergebnisse geworden sind.

Heute ist die Ausgangssituation viel komplexer und die Finanzierung von Forschung ist ein Thema, das eine eigene Wirtschaftsbranche zu sein scheint. Und, öffentliche Fördermittel sind immer auch an Politik und deren Interessen gebunden. Ganz zu schweigen von Markt und Effizienz, 24 Stunden jede Sekunde neue Meldungen/Nachrichten. Experten-Interview-Formate, aufbereitete Grafiken mit den Worten ‚wissenschaftliche Studie`‘ eingeflochten. 24 Stunden, jeden Tag. Ist dies Wissenschaft? Ist das Entertainment? Oder nur gut verkaufte Werbeblöcke an spannenden Stellen der Sendung?

Sollte die Frage nicht lauten: Was ist Wissenschaft? Wie entsteht das, was wir Wissenschaft nennen?
Vieles, was als Wissenschaft und wissenschaftlich bewiesen auf dem Nachrichtenmarkt verkauf wird, ist für mich nur Marktgeschrei oder politischer Wille. Es braucht es den eigenen Kopf, das eigene Urteil. Wissen über Naturgesetze, aktuelle Wissensstandards, große politische Interessenlagen in bestimmten Gebieten und Regionen der Welt und nicht zuletzt: marktunabhängigen Zugang zu wissenschaftlichen Veröffentlichungen und Vertrauen in die Expertise von Fachspezialisten – keinen Glauben. Unabhängig davon, ob es um Naturwissenschaftliche oder nach wissenschaftlichen Prinzipien arbeitende (Nichtnaturwissenschaftliche) Sachverhalte und Zusammenhänge geht.

Der heutige Goldstandard bezüglich des Wissens ist wissenschaftliches Arbeiten. In allen Wissensbereichen. So definiert jedes Fach, was Arbeiten nach der wissenschaftlichen Herangehensweise/Methode, was wissenschaftliches Arbeiten für diesen Bereich konkret ist. Sind die Erbnisse dieses Arbeitens dann Wissenschaft? Oder schafft es erstmal nur einfach spannendes, neues Wissen? Wissen, das sich bewähren, in natur-/wissenschaftliche Theorien einfügen, in Anwendung bewähren und durchsetzen muss? Für mich ist es genau so. Alles andere sind Hypothesen. Spannende Geschichten. Optionen.

–> Ja, unter diesem Betrachtungswinkel ‚glaube‘ ich an die Wissenschaft – nicht jedoch an das alles, was man mir als Wissenschaft oder wissenschaftlich bewiesen verkaufen will.

(C) Grit Silke Thieme

#4 – Kommunikation und autonomes Nervensystem – gern atypisch

Kommunikation. Ok, klar, lass uns reden. 
Wozu brauchen wir das autonome Nervensystem dabei? Reichen Worte nicht? Warum alles kompliziert machen?

Ganz einfach: Unser Körper quasselt den ganzen Tag, die ganze Nacht, einfach ununterbrochen auf vielen Kanälen. Ganz ohne Worte. Blicke, Gesten, Körperhaltungen, Rhythmen, Präsenz  er verhält sich ständig zu seiner Umgebung, unabhängig von einem Gespräch, von einer anwesenden Person. Er spannt an, entspannt, lässt locker in allen nur denkbaren Varianten und Möglichkeiten.
Diese Spannungsregulation passiert entsprechend unserer gemachten und abgespeicherten Erfahrungen. Bewusst und noch viel mehr unbewusst. Das autonome Nervensystem ist immer dabei, immer wach. Arbeitet still vor sich hin, reguliert unsere komplexen Körperfunktionen, auch wenn wir schlafen.

Typischerweise haben wir im Laufe unseres Lebens bestimmte Muster und Strukturen entwickelt, mit denen wir gut durch unser Leben kommen. Bestimmte Abläufe, bestimmte Speisen, bestimmte Gewohnheiten – die Liste ist lang. Das gibt uns im besten Fall das Gefühl: alles klar, alles normal, alles unter Kontrolle, kenn ich. 
Mit der Zeit lernen wir, auch unangenehme Sachen und Dinge mit bestimmten Taktiken gut zu meistern und erarbeiten uns auch da klasse Muster fürs Umschiffen. Puh, geschafft, entspannen. Nix mehr unangenehm, einfach unbewusste Routine und wird erledigt, null Stress.

Genau darin liegt die Krux. Diese Muster werden in unserem Nervensystem zu Autobahnen. Gut und sehr gut ausgebaut, oft und routiniert von uns befahren. Wir lesen keine Straßenschilder mehr und düsen dahin. Auch wenn sich die Gegebenheiten, die Umgebung neben der Autobahn, Tempolimits und Abfahrten ändern. Hat doch immer gut gepasst. Unsere Umgebung und deren ständige Veränderung nehmen wir düsend nicht mehr wahr, sind in Gedanken bei dieser und jener Aufgabe, beim Hörspiel – also irgendwo im Kopf und seinem Kino. Unsere Muster funktionieren immer besser, unsere Reaktionen werden damit immer schneller und auch enger. Ja und? Wo ist das Problem? Ist doch effizient, oder?

Wir sind nicht mehr im wirklichen Kontakt mit uns, mit der Welt und dem Boden unter unseren Füßen. Unser autonomes Nervensystem schon. Unser willentlich-logisches System hat seinen eigenen Plan und seine routinierten Abarbeitungsschleifen entwickelt. Beide arbeiten entkoppelt vor sich hin. Haben ganz schön zu tun, in diesem Zustand die reale Welt für uns zu zusammenzuhalten. Das kostet Kraft, Energie, Anstrengung, doch die bemerken wir selten als solche. Stattdessen reagieren wir mit unserer individuellen Schwachstelle. Wie auch immer ein introvertierter, extrovertierter oder in sich ruhender Mensch auf diese körperlich zunehmende Kraftanstrengung reagiert. Mit Krankheit, Dauerspannung, Dampfablassen, sich Zurückziehen…

Wie wäre es alternativ mit Achtspuriger-Autobahn-Mustervermeidung? Landstraßen sind ok, zweispurige Autobahnen auch. Hier mal acht Spuren, dort vielleicht nur drei. Und gelegentlich ein neuer Trampelpfad? Schon das wäre mehr geistige Wachheit und Offenheit. 
Wie wäre es mit Wahrnehmen lernen; was sagt mir mein eigenes Nervensystem in dieser Situation? Warum weiche ich zurück? Was stört mich? Was wäre mir angenehmer? Was ließe mich in dieser Situation körperlich entspannter stehen, sitzen, gehen, liegen? Was bräuchte mein Kopf, um sich wohler zu fühlen?

→ Wenn du die Signale deines autonomen Nervensystems hören lernst, und mit bewussten Entscheidungen in bestimmten Situationen ein „ist angekommen, wir arbeiten dran“-Feedback geben könntest, wäre das nicht viel entspannter? Würde das nicht Stress vermeiden? Was es auf alle Fälle ist: ein Traum für dein Nervensystem. Und, es ist heutzutage ein atypisches Verhalten, welches dein Körper nach etwas Übung mit Tiefenentspannung belohnt.

© Grit Silke Thieme

#3 – Was ist der Vorteil eines integrierten Körpers?

Oh je, das klingt immer wieder aufs Neue angestrengt: integrierter Körper. 
Wenn ich diese beiden Worte zu einem Menschen sage, der das Prozedere der Integration durchlaufen hat, ist die Reaktion eine völlig andere, als bei einem Menschen der es (noch) nicht erlebt hat. Ja, es ist ein vorher unvorstellbares Erlebnis, diesen Prozess zu durchlaufen. Einmal oder mehrere Male, das liegt ganz im eigenen Interesse.

Welche Feinheiten will ich noch erreichen, adressieren, integrieren? Vielleicht sogar Feinheiten, von denen ich vorher gar nichts wusste? Nicht ansatzweise ahnte, dass da etwas nicht ‚mit läuft‘, nicht rund läuft, sich nur von seinen Nachbarn rumtragen lässt, im Dauerurlaub in mir abhängt. Dafür müssen andere in mir Dauerschichten im Halten und Durcharbeiten schieben, fangen an, Befindlichkeiten zu entwickeln, zwicken hier, drücken da, gelegentlich schmerzt es auch schon mal.
Klingt irgendwie komisch, was ich da sage? Oder zaubert es dir ein breites Lächeln und strahlende Augen in dein Gesicht? Wenn du feixt, tief im ganzen Körper ein Grinsen sitzt, dann hast du ihn, den integrierten Körper.

Es ist keine Frage des Intellekts, es ist eine Frage der eigenen körperlichen Organisation. Und, es macht einen großen Unterschied.

Schauen wir uns das an einem Beispiel genauer an:
Eine alte, mechanische Nähmaschine. Man tritt mit den Füßen wippend auf dem Trittbrett, ein über zwei Räder laufender Riemen überträgt die Bewegung auf den Arm der Nähmaschine. Von dort geht die Bewegung in die oben gut sichtbare Nähmechanik für die Nadel. Für den Unterfaden ist die Nähmechanik nicht sichtbar, muss jedoch genauso gut funktionieren und mit der oberen Nähmechanik gut abgestimmt sein. Wenn du gleichbleibend flüssig den Antrieb betätigst, die Fadenspannung gut auf das zu nähende Material abgestimmt ist, die Stichgröße zu Faden und Materialqualität passt, wird ganz einfach eine simple Naht genäht. Wenn von diesen vielen Parametern ein einziger nicht auf die zu erledigende Arbeit abgestimmt ist, kommt es zu Störungen. Natürlich kann auch so die gewünschte Naht entstehen. Vielleicht mit gekräuseltem Stoff – aber das kann man ja per Hand danach rausstreichen. Vielleicht mit vielen Schlingen unter dem Stoff – das kann man Schlinge für Schlinge nachziehen. Vielleicht, vielleicht….

Der kleinen und großen Fehler sind viele möglich, doch alle erfordern Nacharbeit, Zeit, Kraft und Aufwand. Eine rund laufende Nähmaschine braucht all das nicht – nur dein adäquates Wissen zu deren Bedienung, zu Stoffen und Nähgarnen.

Und nach all dem Frage ich: Hast du schonmal einen Baumwollstoff mit Synthetiknähgarn genäht und dann bei Baumwolltemperatur gewaschen? Es kann toll sein, diese nicht sofort offensichtlichen, tiefer liegenden Ebenen zu berücksichtigen. Dann dann kannst du von vornherein auf das sich nach zu heißer Wäsche kräuselnde Synthetikgarn verzichten und Baumwollgarn verwenden.

Das Gleiche gilt für eine mechanische Uhr – nur wenn alle Teile fein abgestimmt miteinander arbeiten, zeigt sie die richtige Zeit an. Und natürlich, wenn meine Uhr jeden Tag 5 Minuten vorgeht, kann ich viele Lösungen dafür haben. Jeden Morgen 5 Minuten zurückdrehen, aller zwei Tage 10 Minuten zurückdrehen, mit den 5 Minuten überall zu früh erscheinen, oder jedes Mal dran denken noch die fünf Minuten zu haben… oder zum Uhrmacher gehen und die ganzen Bypässe einfach sein lassen. Entspannung. Punkt.

Ich gehe nicht noch auf ein klassisches Getriebe und erst Recht nicht auf Autotuning ein – beides wunderbare Beispiele für entspanntes Rundlaufen und effektiven Krafteinsatz. Ihr habt das, was gemeint ist, sicher verstanden.
Der Vorteil eines integrierten Körpers: Er braucht weniger Kraft und hat mehr Energie für anderes zur Verfügung, da er sich so direkt, wie es ihm möglich ist, bewegt. Die körperliche Integration kann man lebenslang verfeinern. Muss es aber nicht.

→ An integrated body is an integratetd body and NOT a thinking brain about what an integrated body is.
Oder: Die, die ihn haben, leben seine Leichtigkeit. Und denken nicht mehr darüber nach.

© Grit Silke Thieme

#2 – Kurze Einführung in die Bewegungsfreude-Kursreihen

Es gibt 4 große Kursreihen mit markanten Namen.

Bewegungswerkstatt spezial – BW_spezial
Ein Tag, ein Thema intensiv – thematisch aufeinander aufbauender 4er Block über das Jahr verteilt (auch einzeln buchbar)
als Einstiegsformat für Kursneulinge geeignet;
Wir arbeiten 3 Stunden sensorisch und funktional am Thema. Nach einer Stunde Mittagspause gibt es die Fragestunde: Jeder Teilnehmer stellt seine aufgetauchten Fragen zu Theorie, Praxis oder Übungen  alle hören zu und lernen dabei enorm.
→ fasziale Bewegungspraxis finden und entdecken

BewegungsForschungsKollektiv – BFK
Ein Jahr, eine feste Gruppe, maximal 7 Teilnehmer pro Gruppe –
für die Teilnahme du musst schon Termine mit mir gehabt haben oder einen Auditionstermin vorschalten
– Intensiv-sensorische und ein wenig funktionale Arbeit an Bewegungen und deren Fluss
– Erforschen der vorhandenen Qualität einer Bewegung (z.B. Abrollen des Fußes beim Laufen) und staunen über die deutlich spürbare Änderung am Ende der Einheit
Von Monat zu Monat arbeiten wie uns immer tiefer in den Körper hinein, werden immer feiner. 
Der Kurs kann über viele Jahre in Folge gebucht werden – jedes Jahr ist ein neues, individuell tieferes Entwickeln möglich – statt fest zu werden und zuzumachen.
→ dauerhaft in die Tiefe und Leichtigkeit der faszialen Bewegungspraxis einsteigen und dran bleiben

BODY_xxx  
Ein intensives Workshopwochenende vor Ort  für nachfolgend eigenes Tun fast nebenbei im Alltag.
Der Fokus liegt auf entspannter Bewegungsqualität in drei Dimensionen:
– klassisch beim Gehen von hier nach dort und dabei
– innerlich für die Organe sowie 
– im Nervensystem für situationsangepasstes Atmen, Zunge und Nacken loslassen, angepasst auf eure Baustellen.
→ intensives Einlassen auf den Einklang von Bewegung, Beweglichkeit und Bewegtheit im Körper

Fachweiterbildung_Faszie – FWB_F
Zehn Module umfassende Weiterbildung mit jeweils 2 neuen Modulen pro Jahr
Streckt sich gesamt über 10 Wochenenden, kann durch Auffrischungs- und Nachholer-Tage intensiviert werden
Ihr müsst über Hürden gehen, über euch hinaus wachsen, um Modul 10 zu erreichen.
Es braucht eure aktive Arbeit, eure tägliche Entwicklung an den Modulthemen zwischen den Kurstagen;
für das Heben des Dreiklangs Faszie, autonomes Nervensystem und Präsenz in der Welt auf eine neue Ebene;
für die Entwicklung eines Körperverständnisses auf Basis des 70 % Wasser- und 30% Festbestandteils unseres Körpers.
Mit Bodyreading,  erlernen adäquater eigener Körperorganisation, Hands-On Arbeit, Bewegungsexperimenten und Übungen;
→ hebt die Kontaktqualität zu sich selbst und den Kontakt zu anderen auf ein neues Niveau

© Grit Silke Thieme

#1 – Womit starten? Was fragt ihr am meisten?

Gezählt habe ich es nicht, habe aber den Eindruck, folgende drei Fragen sind die Dauerbrenner:
Wann bekomme ich meinen nächsten Termin für eine Einzelsitzung Integrieren Lernen?
Was unterscheidet fasziales Bewegen von Alltagsbewegen? 
Bin ich schon weit genug für die Teilnahme an deinen Kursen?

Wenn die letzten Tage eines Jahres kommen, das Kursprogramm ‚Bewegend Lernen‘ für das Kommende frisch vor uns liegt, flutet es Fragen: Welcher Kurs ist der richtige für mich? Bringt mich dieser Kurs weiter? Ist der Kurs mit diesem kombinierbar? Welchen Kurs empfiehlst du mir?
Ein nicht abnehmen wollendes Fragefeuer zu den Kursen. Bis jeder endlich das für sich Passende gefunden hat. Oder die Kursflat ‚Bewegungsfreude Society Membership Program‘ für ein Jahr gebucht hat.

Dann ist es wieder da, das Leuchten, die Vorfreude, die fokussierte Energie auf die Bewegungsforschungskollektive, die intensiven Bewegungswerkstätten, die Body-Wochenendworkshops und vor allem auf die persönliche Entwicklung und das Weiterkommen.

→ Womit starten? Mit einer kurzen Einführung in die Kursreihen. Für eure leichtere Navigation durchs Kursprogramm.

© Grit Silke Thieme

#pre – No_Blog: Was ist das?

In einem Blog wird regelmäßig geschrieben und auf vielen Kanälen geteilt. Der Leser darf das Gelesene kommentieren.
Hier gibt es regelmäßig was zu lesen – ohne das Teilen und Kommentarfunktion. Damit ist es kein echter Blog, mein No_Blog.
Ab Januar 2023 erscheint jeden Freitag ein neuer Artikel für euch. Nur zum Lesen. Gern lachen. Nachdenken. Umsetzen. Ein Leckerli für die auf meine beiden Bücher wartenden Fans. Mindestens bis zu deren Erscheinen. Oder länger…

→No Blog: Regelmäßige Artikelserie ab Januar 2023. Immer freitags.

© Grit Silke Thieme

Institut und Büro:

  • Grit Silke Thieme
  • B.F.I.T. Bewegungsfreude Institut Thieme

  • Zum Mittelpunkt 7

  • 99334 Amt Wachsenburg/OT Rockhausen

So können Sie mich erreichen:

  • Mobil: +49 (0)176 - 72 47 37 15
  • Tel.: +49 (0)361 - 653 61 68
  • E-Mail: post@silke-thieme.de

  • Web: www.silke-thieme.de

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